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Emoji

 

Als Hikikomori werden Menschen bezeichnet, die sich freiwillig in ihrer Wohnung oder ihrem Zimmer einschließen und den Kontakt zur Gesellschaft auf ein Minimum reduzieren. Der Begriff bezieht sich sowohl auf das soziologische Phänomen als auch auf die Betroffenen selbst, bei denen die Merkmale allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Das japanische Gesundheitsministerium definiert als Hikikomori eine Person, die sich weigert, das Haus ihrer Eltern zu verlassen und sich für mindestens sechs Monate aus der Familie und der Gesellschaft zurückzieht. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen Hikikomori für Jahre oder sogar Jahrzehnte in dieser selbst gewählten Isolation bleiben. Nach Schätzungen des Psychologen Saito Tamaki, der auch den Begriff prägte, dürfte es in Japan (ca. 127 Million Einwohner) mehr als eine Million Hikikomori geben. Das Gesundheitsministerium gibt in einer vorsichtigeren Schätzung nur 50.000 Hikikomori an, ein Drittel davon älter als 30 Jahre.

7 Performer,7 Menschen die sich seit langem vor allem in virtuellen Welten aufhalten, beschäftigen sich in dem Stück mit Fragen wie sie in der Gesellschaft leben wollen und können und den Widersprüchen denen sie begegnen in Ihrem Leben, das sich vor allem im Netzt abspielt. Die Frage nach Zeit, nach Lebenszeit, nach Identität und Geborgenheit, Erfolg und Leistung, die sie sich vor allem in Spielen im Netzt holen. Die Frage nach virtuellen Welten und deren eigener Realität. Es ist ein Spiel mit Identitäten, Geschlechter Rollen, Online Dating, Liebe. Die Frage nach Konsum und Rückzug aus dieser Welt. Es ist ein Forschen nach Emotionen, nach sich fühlen und sich nicht fühlen wollen. Die virtuelle Welt als Möglichkeit ? Es ist eine Welt in der eigene Spielregeln gelten, aber welche ? Eine Welt in der auch die Sprache eine Verkürzung, ein Emoticon erhält.

Wenn man den Cyberspace oder die Virtuelle Realität weiter perfektioniert, und man sich in einer dreidimensionalen Szene wie in einer Umwelt bewegen kann und der Vergleich von Bild und Umwelt nicht mehr möglich ist, weil man einen sogenannten Datenhelm oder ähnliches aufhat, dann wäre doch für das visuelle oder weitergedacht das ganze System eine Differenzierung nicht mehr möglich, oder?
Wir können das System täuschen. Wenn  wir z.B. in Flugsimulatoren sitzen. Wenn man sich dort längere Zeit aufhält und handeln muss, man nicht reflektieren kann, dass man sich in einer vorgespiegelten Welt befindet, dann wird die Illusion zur erlebten Wirklichkeit. Das erfordert allerdings, dass keine Widersprüche eintreten, dass innerhalb der Sinnessysteme ein konsistentes Bild entsteht. Wenn die Scheinwelt aber der "Wirklichkeit" entspricht, dann gibt es für das System keine Möglichkeit, sich vor dieser Täuschung zu retten.

Die Welt ist nicht verabredet.

Von und mit: Dennis Alim, Michelle Daglis, Nicole Kischkat, Nena Lezinsky, Anne Schoknecht , Etienne Silbiger, Deniz Winzen

Regie: Kirsten Burger,
Bühne/Kostüm: Nicola Minssen,
Foto/Künstlerische Mitarbeit: Mikko Geastel,
Projektleitung: Sabine Stein, Katja Segelbacher,

Die Premiere fand am 3. Mai 2016 um 19.30 Uhr im Spandauer Volkstheater Varianta, statt. Eine weitere Aufführung erfolgte am 5. Mai um 16.10 Uhr im Kühlhaus Berlin. Weitere Aufführungen waren nicht vorgesehen. Da es sich um ein soziales Projekt handelt, wurde es vom Jobcenter Berlin- Spandau unterstützt. Bei den Mitwirkenden Personen auf der Bühne handelt es sich nicht um professionelle Schauspieler, sondern um ALG II Empfänger. Auch das Bühnenbild wurde von ALG II Empfängern gebaut. Spieldauer 60 min.

Nun soll eine Wiederaufnahme von "Emoji" stattfinden und hierbei möchte der Verein behilflich sein. Es wurde bereits Kontakt mit Spielstätten aufgenommen, der recht positiv verlief.

Aus organisatorischen Gründen wurde das Projekt zurückgestellt.

 

 

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